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Ratsfelsen
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:: Ratsfelsen - Was ist das

Das Projekt „Ratsfelsen“ findet im Rahmen einer Kooperationsveranstaltung von drei Pfadfinderverbänden statt, die im Ring deutscher Pfadfinderverbände zusammengeschlossen sind. Die Kooperationsveranstaltung hat in der vor zwei Jahren groß angelegten Sammelaktion von Kinderwünschen einen Vorläufer. Damals wurden Kinderwünsche, festgehalten auf Stofftaschentüchern, gesammelt und am 18. September 2002 in Hannover zusammengetragen. Mit einem großen informativen und unterhaltsamen Rahmenprogramm wurde eine Auswahl der Kinderwünsche (es waren insgesamt mehr als 14 000) an Vertreter/innen des Niedersächsischen Landtags übergeben. Das war verbunden mit der Bitte, die Kinderwünsche ernst zu nehmen und in politischen Entscheidungsfindungen zu berücksichtigen.

Diese Aktion wurde sehr positiv aufgenommen und hat die Motivation in den Pfadfinderverbänden erhöht, sich für Kinderwünsche und Kinderrechte einzusetzen.

So entstand die Idee, in diesem Jahr (und hoffentlich in allen folgenden Jahren) die Kinder selbst und direkt zu Wort kommen zu lassen Die Federführung für das Projekt „Ratsfelsen“ liegt zur Zeit bei zwei Ortsgruppen (Stämmen) des BdP, Bund der Pfadfinder und Pfadfinderinnen e.V. und wird in den Städten Wolfsburg und Walsrode durchgeführt.



In den Pfadfinderverbänden ist die Kindermitbestimmung eine Selbstverständlichkeit. Innerhalb der Ausbildungs-Kurse für Gruppenleiter/innen ist die Frage der Mitbestimmung und Beteiligung von Kindern und Jugendlichen (im methodisch, inhaltlichen und entwicklungspsychologischem Sinne) selbstverständlicher Lerninhalt und in den Stämmen werden ebenfalls selbstverständlich alle Mitglieder, egal welchen Alters, in alle Angelegenheiten einbezogen. Dies geschieht nicht nur im Rahmen von demokratischen Wahlen.

Eine der bewährten und häufig praktizierten Methoden entstammt der Geschichte, die von dem Begründer der Pfadfinderbewegung, Robert Baden-Powell) als Spielgeschichte für die Jüngeren aufgenommen wurde: das Dschungelbuch von Rudyard Kipling. Zahlreiche Symbole und Bezeichnungen aus dieser Geschichte sind bis heute in den Pfadfinderverbänden in Gebrauch (u.a. die Bezeichnung der Jüngsten als „Wölflinge“). Während sich im Bereich der Spielgeschichten vieles bis heute anders und neu entwickelt hat, so ist doch eine Methode geblieben: die Einberufung eines „Ratsfelsens“, an dem sich alle Stammesmitglieder versammeln, um die Jüngsten in ihren Kreis aufzunehmen und Ihre Bedürfnisse und Interessen zur Kenntnis zu nehmen. Die „Wölflinge“ erhalten die Möglichkeit, ihre Ansichten zu vertreten und sich an Diskussionen zu beteiligen.

Diese Methode wurde jetzt durch den Ring deutscher Pfadfinderverbände bzw. Ring deutscher Pfadfinderinnenverbände in Wolfsburg erstmals auf kommunaler Ebene mit Kindern und Politiker/inne/n umgesetzt.